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Stellungnahme von Wiltrud Griess zum Bericht ihrer Eltern im Internet

(Die zweite Niederschrift habe ich verfasst, nachdem ich mit der norwegischen Webseite meines Vaters konfrontiert wurde. Es ist meine persönliche Klarstellung und Antwort an meine Eltern auf ihren neuerlichen Versuch hin, die Menschen, die mir in jeder Weise geholfen haben, zu kriminalisieren und eine friedliche Glaubensgemeinschaft als gefährliche Sekte darzustellen):

Stellungnahme von Wiltrud Griess zum Bericht ihrer Eltern auf einer Webseite im Internet

Zu der Behauptung meines Vaters, dass es in unserer Familie "selbstverständlich keine Erziehungsprobleme" gegeben hat, möchte ich Folgendes festhalten:

Natürlich gab es zahlreiche Probleme!

Zwei Beispiele möchte ich zu unsrer familiären Situation anführen:

  1. Als mir einmal Unrecht getan wurde, wurde ich so rabiat und hysterisch, dass meine Mutter und mein Bruder mir androhten, in der psychiatrischen Klinik in Gugging anzurufen. Mein Vater hatte vielleicht von solchen Dingen keine Ahnung, er war oft bist Mitternacht in der Arbeit. Damals war ich 13 Jahre alt.

  2. Oft hörte ich meine Eltern streiten. Einmal musste ich mitansehen, dass mein Vater meine Mutter in eine Glastür stieß und danach die Glassplitter tief in ihren Beinen steckten.

Im Übrigen sind viele meiner Verhaltensauffälligkeiten mit inzestuösen Erlebnissen in meiner Kindheit und Jugendzeit zu erklären. Diese schrecklichen Erlebnisse innerhalb meiner Familie haben - gemeinsam mit den ständigen Angriffen meiner Eltern gegen meine Freunde - zu depressiven Zuständen bei mir geführt.

Eine Bemerkung zur angeblichen "Fischtour" von Peter Koller. Die einzige Reaktion meiner Mutter, als ich ihr damals von Peter erzählte, war: Aber wenn du heiratest, möchte ich schon, dass es ein Fest im großen Rahmen wird". Diese Aussage schockierte mich sehr, weil ich nicht im Mindesten auf die Idee einer erotischen Beziehung gekommen wäre, da sein Verhalten mir gegenüber sehr korrekt und reine, selbstlose Fürsorge war. (Seine Schwester Evelyn war bei diesen Gesprächen und Begegnungen immer dabei).

Immer wieder behauptet mein Vater, unsere Gemeinschaft hätte mir angeblich verschiedene Dinge aufgetragen (z.B. ihn mit Gewalt und Drohungen zu bekehren, meine Ausbildung abzubrechen, mit dem Violinspielen aufzuhören...).

Die Wahrheit ist: Dies wurde mir niemals von jemandem aus unserer Gemeinschaft aufgetragen. Wie viele andere Menschen, die sich für eine neue Sache begeistern, habe ich wohl manche Bibelstellen zu wörtlich genommen bzw. durch meine Krankheit falsch verstanden und sicher einige Dummheiten gesagt, die nun mein Vater "aus Liebe zu mir" in aller Welt verbreitet. Ob das Liebe ist, die "Fehler" seines Kindes weltweit bloßzustellen, mögen Sie als Leser bitte selbst beurteilen.

Niemals wurde "Gehirnwäsche" mit mir vorgenommen, eher war es eine "Herzenswäsche".

Bezüglich meines Selbstmordversuches möchte ich sagen: Dass ich mich für "verdammt" hielt, hing mit meinen depressiven Gefühlen zusammen und hatte nichts mit der Lehre unserer Gemeinschaft zu tun, die sich - ganz im Gegenteil - auf Hoffnung und Glaubensmut gründet. Der Grund meines Selbstmordversuches ist nicht in unserer Bruderschaft zu suchen. In Wahrheit hatte ich damals eine Zeitlang von der christlichen Gemeinschaft Abstand genommen und war in eine sehr problematische sexuelle Beziehung mit einem Weinvertreter hineingezogen worden, der ebenfalls nichts mit unserer Glaubensgemeinschaft zu tun hatte.

Leider muss ich feststellen, dass mein Vater insgesamt in seinem Internet-Bericht viele Halb- und Unwahrheiten geschrieben hat und auch die Chronologie der Ereignisse zu seinen Gunsten verändert hat, obwohl er sich vor dem Handelsgericht Wien in mehreren Punkten (vor verschiedenen Richtern) dazu verpflichten musste, seine unwahren Behauptungen über mich und unsere Glaubensgemeinschaft in Zukunft zu unterlassen.

Wiltrud Griess

Wien, am 27.5.1999

 
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